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Verfasst von
a2p am Donnerstag, 04. September 2008
Am Samstag jährte sich der Tod Uwe Leichsenrings zum zweiten Mal. Nazis nahmen dies zum Anlass, um eine Gedenkveranstaltung in Königstein durchzuführen. Es waren nach eigenen Angaben etwa 60-70 Nazis anwesend. Ein "Schweigemarsch" führte sie zum Friedhof. Dort hielten sie eine Kundgebung ab, auf der mehrere Nazis sprachen. Carmen Steglich, Peter Naumann (Mitarbeiter der NPD- Landtagsfraktion) und Thomas Rackow hielten Trauerreden.
Die Polizei begleitete nur spärlich die Demonstration. Verwunderlich ist dennoch, dass die regionalen Nazis einen Gedenkmarsch mit nur knapp 60-70 Personen zusammenbekommen - konnten sie diesen doch mindestens ein Jahr lang vorbereiten. Scheinbar ist die vielbesagte „große Lücke...“ ihres Kameraden doch nicht so groß, denn letztes Jahr fanden sich zum Trauermarsch noch 150 Personen zusammen. Im Todesjahr 2006 waren es sogar 250 Menschen.
Leichsenring fuhr am 30.08.2006 frontal auf einen entgegekommenden LKW. Bis heute mutmaßen einige Nazis, dass es sich hierbei nur um einen Anschlag handeln könne, da Uwe Leichsenring Fahrlehrer von Beruf war und ihm so etwas nicht von alleine passieren könne. Im Laufe der letzten Woche soll an der Unfallstelle auch die Parole "Es war Mord!" aufgetaucht sein.
Und eines scheinen die Nazis immernoch nicht verstanden zu haben: Selbstmord ist kein Märtyrertod!
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Auch wir haben Uwe Leichsenring nicht ganz vergessen: http://venceremos.antifa.net/feuilleton/uweleichsenring.htm
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1990 trat Leichsenring der NPD bei und war zwischen 1990 und 1991 stellvertretender NPD-Landesvorsitzender in Sachsen. Von 1991 bis zu seinem Tode war er Geschäftsführer des NPD-Kreisverbandes Sächsische Schweiz. Von 2002 bis 2004 war er Mitglied des NPD-Parteivorstandes. Seit 1999 war er NPD- Fraktionsvor-sitzender im Stadtrat Königstein und übte dort verschiedene Funktionen in mehreren kommunalen Ausschüssen aus. Seit 2004 war er stellvertretender Fraktionsvor-sitzender im Kreistag der Sächsischen Schweiz.
Beobachter der rechtsextremen Szene im Landkreis Sächsische Schweiz vermuten, dass seine berufliche Tätigkeit als Inhaber der einzigen Fahrschule in Königstein es ihm ermöglichte, Einfluss auf zuvor politisch unbefangene Jugendliche des Ortes auszuüben. Dies entspräche der Strategie der NPD der letzten Jahre, vorhandene gesellschaftliche Strukturen auf kommunaler Ebene zu unterwandern.
Darüber hinaus hatte Leichsenring auch Verbindungen zur gewaltbereiten rechtsextremen Kameradschaft Skinheads Sächsische Schweiz zumindest bis zum Zeitpunkt ihres Verbots im Jahre 2001.
Seit 2004 war er auch Mitglied des Sächsischen Landtages und Mitglied mehrerer Landtagsausschüsse. Zusammen mit der NPD-Fraktion sorgte Leichsenring mehrfach für Eklats im sächsischen Landesparlament.
Am 21. Januar 2005 verließ Leichsenring mitsamt der NPD-Fraktion das Plenum des Landtages und verweigerte damit eine Gedenkminute für die Opfer des nationalsozialistischen Terrors. Nach eigenen Angaben dadurch begründet, dass es keine solche für die Opfer des „alliierten Bombenterrors“ gäbe.
Am 11. Mai 2006 wurde er aufgrund des Verdachtes volksverhetzender Rede für drei Tage aus allen Sitzungen des Landtags ausgeschlossen, nachdem er in einem Debattenbeitrag zum Thema „Linke Gewalt am 1. Mai“ von „Sonderzügen“ gesprochen hatte, die man an manchen Tagen einsetzen müsse, wollte man jeden linksextremistischen Täter so abführen wie die beiden Potsdamer Verdächtigen im Fall Ermyas Mulugeta. Nach einem Zwischenruf von Linkspartei.PDS-Fraktionsführer Peter Porsch mit dem Hinweis, dass es schon einmal Sonderzüge gegeben habe, erwiderte Leichsenring, dass man sie sich manchmal wieder wünsche. Die Äußerung des rechtsextremen Politikers wurde als Befürwortung und Billigung der Deportationszüge in die NS-Konzentrationslager ausgelegt. Leichsenring dagegen erklärte später, er habe von Sonderzügen gesprochen, wie sie die Polizei in der Vergangenheit wiederholt bei unfriedlichen Demonstrationen eingesetzt hat. Er habe bei dem Wort „Sonderzug“ überhaupt keine Assoziation mit dem NS-Regime gehabt.
Der Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen erließ am 30. Mai 2006 auf Antrag Leichsenrings eine einstweilige Anordnung gegen den Präsidenten des Sächsischen Landtages, Leichsenring zur Plenarsitzung des Sächsischen Landtages am 21. Juni 2006 sowie zu den bis dahin stattfindenden Sitzungen der Ausschüsse, deren Mitglied er ist, zuzulassen. Die Entscheidung im Hauptsacheverfahren sollte einen Tag nach seinem Unfalltod erlassen werden. Ende September wurde das Verfahren wegen Todes des Antragstellers eingestellt.
Mitte Mai 2006 wurde Leichsenring im Plauener Vogtland-Anzeiger wie folgt zitiert: „Das Dritte Reich war eine Wohlfühldiktatur mit 95 Prozent Zustimmung.“ Leichsenring dazu: „Ich habe erklärt, dass das ‚Dritte Reich’ für mich eine abgeschlossene historische Epoche ist. Bewertungen über diese Zeit sollen diejenigen vornehmen, die davon etwas verstehen, vor allem natürlich die Historiker. Ein bekannter Vertreter seines Fachs, der aus der 68er Bewegung stammende Götz Aly, bezeichnete in seinem vielbeachteten Buch ‚Hitlers Volksstaat’ den Nationalsozialismus als ‚Wohlfühldiktatur’. Darauf bezog sich meine Äußerung im Interview mit dem ‚Vogtland-Anzeiger’.“ Im selben Interview bezeichnete er Gewalt von Skinheads gegen Fremde und Andersdenkende als „pubertierendes Männlichkeitsgehabe“. Zur systematischen Vernichtung der Juden während der Nazi-Diktatur sagte der stellvertretende NPD-Fraktionschef dem Blatt, er habe dazu keine Meinung.
Nach seinem Unfalltod ist an seiner Stelle René Despang als NPD-Abgeordneter in den Sächsischen Landtag nachgerückt. Neuer Parlamentarischer Geschäftsführer wurde Johannes Müller.
(de.wikipedia.org)
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